Antifaschistische Linke Düsseldorf

sometimes antisocial – always antifascist – alles andere sind Gerüchte

Tag: Input

Drinnen oder Draußen? – Über Aussteiger, Austreter, Rückzieher und Ausstiegsprozesse aus der Neonazi-Szene

25. April 2012
20:00

INPUT – antifaschistischer Themenabend zum Thema “Aussteiger”
im ZAKK

Referent: Nils Schuhmacher (Sozialwissenschaftler, Hamburg)

Seit 12 Jahren gibt es in Deutschland Versuche von staatlichen Institutionen und privaten Initiativen, Ausstiegswillige aus der extremen Rechten im Rahmen entsprechender Programme ideell und praktisch zu unterstützen. Mittlerweile unterhält neben dem Bund die Mehrzahl der einzelnen Bundesländer solche Einrichtungen, die vorrangig bei Polizei und Verfassungsschutz angesiedelt sind.
Effizienz, Effektivität und Erfolgsträchtigkeit dieser Angebote stehen seit Anbeginn in der Diskussion. Strittig sind auch – sofern vorhanden – die pädagogischen Konzeptua­lisierungen der Ausstiegsbegleitungen. Nicht zuletzt steht über all dem die Frage, ab wann von einem Ausstieg gesprochen werden kann. Wenn man keine Straftaten mehr begeht? Wenn man sich sozial distanziert? Wenn man mit den bisherigen politischen Überzeugungen bricht?
Die Veranstaltung beleuchtet das weite Feld der Ausstiegskontexte, -programme und -konzepte aus einer nicht-administrativen Sicht und eröffnet den Raum für die Diskussion um Möglichkeiten und Grenzen von Ausstiegsbegleitungen.
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„Grabe, wo du stehst“ – Erinnerungsorte zum Nationalsozialismus

28. März 2012
19:30

Erinnerungsorte zum Nationalsozialismus im städtischen Raum am Beispiel des ehemaligen Schlachthof-Geländes in Düsseldorf-Derendorf

Referenten: Michael Sturm (Historiker) und Alexander Stockhaus (AStA FH Düsseldorf)

„Grabe, wo du stehst“ lautete der Titel des im Jahr 1978 vom schwedischen Literaturhistoriker Sven Lindqvist veröffentlichten Buches, das zum Motto der in dieser Zeit in der Bundesrepublik entstehenden Geschichtswerkstätten werden sollte. Deren AktivistInnen begannen an zahlreichen Orten, oftmals mit antifaschistischem und emanzipatorischem Anspruch, Spuren der vielfach verdrängten, vergessenen und verleugneten NS-Vergangenheit frei zu legen. Täter, Opfer und Schauplätze der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik erhielten auf diese Weise im lokalen Kontext wieder Namen und Adressen. In den letzten Jahrzehnten ist somit eine ausdifferenzierte Gedenkkultur entstanden, die durch eine breite Palette von Erinnerungsorten und Erinnerungszeichen geprägt ist. Diese Beobachtung gilt auch für Düsseldorf.
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Die Enkel des Duce.

29. Februar 2012
19:30

Allgemeiner Rechtstrend und die extreme Rechte in Italien

Referent: Jörg Kronauer (Freier Journalist und Buchautor)

Die Meinung, der Faschismus sei sicherlich nicht “das absolute Böse” gewesen, gehört zum Grundbestand extrem rechter Ideologie. In Italien wird diese Ansicht keinesfalls nur von abseitigen Splittergruppen vertreten, sondern zum Beispiel auch vom Bürgermeister der Hauptstadt Rom. Seit den 1980er Jahren verschieben sich die politischen Koordinaten in dem Land deutlich nach rechts. Der Prozess hat sich weiter beschleunigt, als Silvio Berlusconi 1994 zum ersten Mal Faschisten in die Regierung holte. Jenseits von Mussolini-Anbetern und tatsächlich oder vermeintlich geläuterten Faschisten spielt in Italien weiterhin die Lega Nord eine wichtige Rolle, die mit ihrer rassistischen Agitation in gleich mehreren Großstädten Bürgermeisterposten erobern konnte und jahrelang an der Zentralregierung beteiligt war. Auch außerparlamentarisch ist die extreme Rechte in Italien im Aufwind; bekanntestes Beispiel ist die Häuserkampfbewegung Casa Pound.
Der Vortrag bietet einen Überblick über den Rechtstrend Italiens in den letzten 20 Jahren und über aktuelle Entwicklungen in der italienischen extremen Rechten.

Lauter, schneller, härter Hardcore, Hatecore und National Socialist Hardcore

30. November 2011
19:30

Innerhalb der RechtsRock-Szene hat Hardcore immer mehr an Popularität gewonnen. Neben der Musik spielt vor allem der von der HC-Punk-Szene adaptierte Lifestyle eine wichtige Rolle. Die HC-Szene entstand in den späten 70er-Jahren als eine linke politische Abgrenzung zur Punk-Szene mit ihrer No-Future-Attitüde. Durch die Ausdifferenzierung der HC-Punk-Szene in den 80er-Jahren, die in der Breite zu ihrer Entpolitisierung geführt hat, setzte ein reaktionäres Rollback ein, das bis heute anhält.
Rechte HC-Bands versuchen seit Ende der 90er-Jahre Themen der HC-Punk-Szene zu besetzen und nutzen dabei ideologische Anknüpfungspunkte, die ihnen von HC-Punk-Bands geboten werden. Metaphern und subtile Botschaften sind an die Stelle von unverhohlener NS-Propaganda und -Symbolik getreten und dominieren die aktuelle rechte HC-Szene, deren Erscheinungsbild sich kaum noch von dem der HC-Punk-Bands unterscheiden lässt.

Ingo Taler vom Antirassistischen Bildungsforum Rheinland, dessen lang erwartetes Buch “Out of Step. Hardcore-Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption” demnächst in der “reihe antifaschistischer Texte” (rat) im Unrast-Verlag erscheinen wird, skizziert die Ursachen des reaktionären Rollbacks in der HC-Punk-Szene und nimmt Strukturen und Themen der rechten HC-Szene unter die Lupe.

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Strategien und Strukturen der intellektuellen Rechten in Deutschland

28. September 2011
19:30

INPUT – antifaschistischer Themenabend
Referent: David Begrich (Miteinander e.V., Magdeburg)

Geht es in Medien und Politik um die extreme Rechte, so wird dieser Begriff gleichbedeutend mit der neonazistischen Strömung innerhalb des rechten Milieus, seit den Wahlantritten von “pro NRW” mit Abstrichen auch mit der rechtspopulistischen Spielart der extremen Rechten verwandt. Doch es gibt darüber hinaus ein Spektrum von Publikationen, Netzwerken und Organisationen, das vielfach als “Neue Rechte” oder “intellektuelle Rechte” bezeichnet wird. Aber was ist neu an dieser “Neuen Rechten”? Wer agiert in diesem Spektrum mit welchen Strategien und mit welchen politischen Zielen?

Linkes Zentrum “Hinterhof”, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

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Angriff von Rechtsaußen: Wie Neonazis den Fußball missbrauchen

31. August 2011
19:30

ACHTUNG: Diese Veranstaltung wurde in den Buchladen BiBaBuZe verlegt: Aachenerstr. 1, direkt am S-Bahnhof Düsseldorf-Bilk, wenige S-Bahn-Minuten vom Hbf entfernt, S-Bahn-Linien S8 (Richtung MG), S11 (Richtung Bergisch Gladbach), S28 (Richtung Kaarst), alle ab Gleis 12.

INPUT – antifaschistischer Themenabend

Referent: Ronny Blaschke (Journalist und Buchautor)

Seit vielen Jahren bemüht sich die extreme Rechte, bei Fußballfans Einfluss zu gewinnen – zuweilen mit Erfolg. Der Journalist Ronny Blaschke hat Beispiele recherchiert: NPD-Mitglieder rekrutieren Nachwuchs in der Anhängerschaft des 1. FC Lok Leipzig; in Sachsen-Anhalt arbeitet ein extrem Rechter als Jugendtrainer; in Dortmund gibt es Überschneidungen zwischen „Autonomen Nationalisten“ und der Fanszene. Auf Amateurebene gewinnen NPD- Parteifunktionäre als Klubvertreter oder Schiedsrichter Akzeptanz in der Gesellschaft. Dass bei Teilen der Fans extrem rechte Einstellungen verwurzelt sind, zeigt sich, wenn rassistische, antisemitische oder schwulenfeindliche Parolen angestimmt werden. Neonazis gründen Sportvereine, um Jugendliche an ihre Kameradschaften heranzuführen. Sie nutzen Turniere zur Vernetzung und zur Stärkung ihrer Gruppenidentität.

Der Journalist Ronny Blaschke hat jüngst ein Buch herausgegeben, das eine Bestandsaufnahme über die Einflussnahme der extremen Rechten auf den Fußballsport wagt, aber auch Erfahrungen und Vorschläge auswertet, wie dem Einfluss extrem rechter Akteure in den Vereinen und Stadien begegnet werden kann.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gruppe Kopfball Düsseldorf und dem Buchladen BiBaBuZe.

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Studierende rechts außen

29. Juni 2011
19:30

Antifa-Themenabend: Strukturen und Aktivitäten der extremen Rechten unter Studierenden

Referent: Jörg Kronauer (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)

Seit 1968 gelten Studierende in Deutschland als weithin links geprägt – bis heute. Der Schein trügt. Wie Umfragen zeigen, sind autoritäre, ja rassistische Haltungen beim akademischen Nachwuchs im Aufwind. Immerhin 43 Prozent der Studierenden sprechen sich demnach etwa für die “Begrenzung der Zuwanderung von Ausländern” aus. An derartige Einstellungen versuchen Kräfte der extremen Rechten anzuknüpfen. Traditionell sind zahlreiche Burschenschaften im Umfeld der extremen Rechten aktiv. Mittlerweile beginnen sich weitere Studentenverbindungen, so etwa Bünde aus dem Dachverband Coburger Convent, für Rechtsaußen-Positionen zu öffnen. Nach wie vor bildet ein Teil des Verbindungswesens einen strukturellen Kern, um den herum sich immer wieder parteipolitische Aktivitäten der extremen Rechten an den Hochschulen entfalten. Neben extrem rechten Hochschulgruppen sind immer wieder auch einzelne Aktivisten der extremen Rechten an Universitäten und Fachhochschulen aktiv. Der Vortrag gibt einen Überblick über Strukturen und Aktivitäten der extremen Rechten unter den Studierenden in Deutschland.

INPUT – antifaschistischer Themenabend findet jeden letzten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr im Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108 in Düsseldorf statt.

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Der Feind meines Feindes …

25. Mai 2011
19:30

Die “Israelsolidarität” eines Teils der extremen Rechten

Referenten: Alexander Häusler (Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus FH Düsseldorf) und Jörg Kronauer (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)

Pro goes Jerusalem. Nachdem Filip Dewinter (Vlaams Belang), Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Kent Ekeroth (Schwedendemokraten) im Dezember zum ersten Mal einen politischen Besuch in Israel absolviert hatten, begab sich auch Patrik Brinkmann (“Internationaler Sekretär” der “pro-Bewegung”) im Februar dorthin. Offizieller Zweck der Reise war es, die israelische Rechte in das entstehende europaweite Bündnis extrem rechter Parteien gegen den Islam einzubinden; Zielgruppe sind neben ultrarechten Siedlern gleich mehrere Parteien, darunter auch der Likud des gegenwärtigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Inoffiziell diente der Aufenthalt natürlich auch dazu, die europäischen Rechtsaußen-Parteien vom Ruch des Antisemitismus zu befreien. Dies gilt weithin als Voraussetzung, um sie regierungsfähig zu machen, was zumindest im Falle der FPÖ in naher Zukunft von Bedeutung sein kann. Der Vortrag informiert über die aktuellen Israel-Aktivitäten eines Teils der extremen Rechten in Europa und über die strategischen Ziele, die die Beteiligten auf beiden Seiten damit verfolgen.

25.5., um 19.30 Uhr im Zentrum Hinterhof

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Tote Helden leben länger – Märtyrerkonstruktionen in der extremen Rechten

27. April 2011
19:30

INPUT – antifaschistischer Themenabend:

Albert Leo Schlageter, Horst Wessel, die Toten des “Hitler Putsch” – der Nationalsozialismus suchte sich nicht nur tote Helden, er schuf um sie einen Kult. Heldengeschichten bieten Identifikation und können
sinnstiftend sein – das weiß man auch in der heutigen extremen Rechten. Dabei bedient man sich zum einen Märtyrerfiguren, mit denen Elemente des nationalsozialistischen Totenkults aufgegriffen werden können, zum anderen konstruieren Neonazis “eigene” Mythen.
Was aber lässt einen Mythos wirkungsmächtig werden? Welche Elemente braucht eine Heldengeschichte, um anziehend zu sein? Wie funktionieren die verschiedenen Erzählungen? Und warum können Neonazis einige von ihnen so gut für ihre Mobilisierungen nutzen?

Referentin: Maike Zimmermann (Politikwissenschaftlerin, Redakteurin bei der Zeitung analyse&kritik)

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“Authentische Geschichte”? Der Umgang mit der NS-Vergangenheit in Film und TV

30. März 2011
19:30

INPUT – antifaschistischer Themenabend

Referent: Michael Sturm (Historiker)

Mit dem nahenden Ende der Zeitzeugenschaft beginnen sich auch die Formen der Erinnerung an die NS-Zeit zu verändern. Vor allem Film und Fernsehen haben sich in den vergangenen Jahren zu Leitmedien in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus entwickelt. Die im Januar 1979 im deutschen Fernsehen gesendete fiktionale amerikanische Serie „Holocaust“ gilt als wichtige Zäsur in der Erinnerungskultur der Bundesrepublik. Erstmals wurde in einer größeren Öffentlichkeit über die Mitwisserschaft und die Beteiligung der deutschen Gesellschaft an der NS-Vernichtungspolitik diskutiert. Kinofilme wie „Schindlers Liste“ oder „Das Leben ist schön“ widmeten sich ebenfalls der Shoah und avancierten zu internationalen Kassenschlagern. In der Bundesrepublik erlebt das Geschichtsfernsehen seit den 1990er Jahren einen Boom. Vor allem die von Guido Knopp produzierten Dokumentationen zum Nationalsozialismus erzielen bis heute immer wieder Rekordeinschaltquoten. Zunehmend widmen sich aufwendig vermarktete „Doku-Fictions“ wie etwa „Dresden“ oder „Die Flucht“ aber auch den deutschen Opfern des Zweiten Weltkriegs. Dabei ist festzustellen, dass sich diese Produktionen oftmals den Anschein „authentischer“ historischer Quellen geben.

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