Hello world!

Wer wir sind

Wir sind neu in der Stadt. Wir sind eine Antifa-Gruppe. Und wir wollen links(radikale) Politik im lokalen wir überregionalen Kontext machen.

Das Neue im Alten

Einige von uns machen schon länger Politik: Wir kommen aus der autonomen Bewegung und der Hausbesetzungsbewegung der 80er, aus den Kämpfen gegen Neonazismus und Rassismus in den 90ern, aus den Kämpfen gegen kapitalistische Globalisierung von Genua bis Heiligendamm. Wir waren und sind in verschiedenen anderen antifaschistischen und linken Zusammenhängen aktiv, publizieren gerne ab und an zu linken Themen und beteiligen und organisieren zusammen mit anderen Aktionen, lokal wie überregional.

Linke und (sub-)kulturelle Freiräume sind uns eine Herzensangelegenheit. Einige von uns sind in kulturellen Inititiativen und Konzertgruppen aktiv. Und damit diese Freiräume erhalten bleiben, und überhaupt so etwas wie linke Politik möglich ist, sorgen wir mit dafür, dass Nazis hier und überall wenn möglich kein Bein auf den Boden bekommen.

Wir sind Teil des Prekariats.

Die miesen materiellen Bedingungen, unter denen wir alle zu leiden haben, nerven uns gewaltig. Immer mehr Druck auf der Arbeit, auf der Uni, in der Schule. Schlechtere Bezahlung zu immer schlechteren Konditionen – und gleichzeitig werden mit hunderten Milliarden Banken saniert, Spekulationsverluste vergesellschaftet, nur damit Banken dann wieder in private Hand übergehen und die Spekulationsgewinne weiter privatisiert bleiben. Ein Verfahren, das wir schon länger beobachten können: Unter der Parole, dass alle den Gürtel enger schnallen sollen, wurden staatliche Sozial-Leistungen weggekürzt und die Verwertungsbedingungen für Unternehmen optimiert, um immer mehr Gewinne einfahren zu können. Krankenversicherungsleistungen werden gestrichen und sollen im Rahmen von Privatversicherungen jeder und jedem selbst überlassen bleiben. Studiengebühren wurden eingeführt und gehen zu Lasten der ärmeren Studierenden, gleichzeitig wird der Leistungsdruck auf die Studis erhöht, um sie möglichst verwertbar für Unternehmen zu machen. Im Rahmen einer gewaltigen Umverteilung von unten nach oben tragen die Kosten für diese Politik vor allem die Armen, Arbeitslosen, Student_innen etc. – kurz: wir.

Ich krieg die Krise.

Diese Tendenz resultiert aus einer Verwertungskrise des Kapitals – die Gewinne aus dem auf industrieller Massenproduktion und relativ hoher Massenkaufkraft beruhenden Fordismus der 70er Jahre konnten zunehmend nicht mehr profitabel reinvestiert werden. Eine relativer hohe Organisierungsgrad der Arbeiter_innen und zahllose Kämpfe weltweit erschwerten zudem die Verwertungsbedingungen für das Kapital – und sorgten zugleich für das Entstehen neuer Produktionsmittel und -weisen, die den heutigen Arbeitsalltag in den Metropolen prägen.

Das überschüssige Kapital wurde zunehmend in die Finanzmärkte gepumpt, wo immer neue Produkte immer neue Gewinne auf „handelbare“ Ansprüche in Zukunft versprachen. Das Aufpumpen der Finanzmärkte trieb eine Internationalisierung der Produktion voran, was wiederum eine höhere Ausbeutung der Niedriglohnstandorte an der kapitalistischen Peripherie und zunehmend auch der Lohnabhängigen in den Metropolen begünstigte.

Das Krisenmanagement der Regierungen, von Banken- bis Griechenlandhilfen, zielt nicht darauf ab, diesen Prozess aufzuhalten oder umzukehren, oder zu regulieren. Es geht ihnen darum, genau die Bedingungen für das Spiel aufrechtzuerhalten.

Don’t believe the hype!

Doch immer mehr Menschen verlieren ihren Glauben an Markt und Wettbewerb, an die Wirksamkeit von Regierungen und Politik allgemein. Die Krisen der Finanzmärkte weiten sich zusehendes zu einer Legitimationskrise des Kapitalismus allgemein aus. Günstige Zeiten für eine radikale Linke, die schon immer den Kapitalismus, seine grundsätzliche Funktionsweise und Krisentendenz kritisiert, könnte man meinen. Doch so recht will hier, anders etwa als in Griechenland, so niemand die Verhältnisse zum Tanzen bringen oder gar auf die Straße gehen. Und immer und gerade auch in Deutschland besteht die Möglichkeit einer reaktionären Antwort der Mehrheitsgesellschaft – wo rassistische und antisemitische Vorurteile in vielen Teilen der Bevölkerung existieren, und durch staatliche Institutionen beständig (re-)produziert werden, sind Sündenböcke schnell gefunden.

Entscheidend ist auf’m Platz.

Es gilt also, Protest gegen die kapitalistischen Zumutungen, den rassistischen Normalzustand, die blöden Nazis und den ganzen Scheiß zu organisieren – und zwar durch uns selbst. Wir wollen mit symbolischen und demonstrativen Aktionen nach Möglichkeiten der Überwindung der Verhältnisse suchen, die eine andere Welt, frei von Ausbeutung, Sexismus und Rassismus, verhindern. Eine Gesellschaftsform, worin die freie Entwicklung eines jeden die freie Entwicklung aller ist.

Kämpft mit uns!

Antifaschistische Linke Düsseldorf, Juli 2010

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