„Grabe, wo du stehst“ – Erinnerungsorte zum Nationalsozialismus

Erinnerungsorte zum Nationalsozialismus im städtischen Raum am Beispiel des ehemaligen Schlachthof-Geländes in Düsseldorf-Derendorf

Referenten: Michael Sturm (Historiker) und Alexander Stockhaus (AStA FH Düsseldorf)

„Grabe, wo du stehst“ lautete der Titel des im Jahr 1978 vom schwedischen Literaturhistoriker Sven Lindqvist veröffentlichten Buches, das zum Motto der in dieser Zeit in der Bundesrepublik entstehenden Geschichtswerkstätten werden sollte. Deren AktivistInnen begannen an zahlreichen Orten, oftmals mit antifaschistischem und emanzipatorischem Anspruch, Spuren der vielfach verdrängten, vergessenen und verleugneten NS-Vergangenheit frei zu legen. Täter, Opfer und Schauplätze der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik erhielten auf diese Weise im lokalen Kontext wieder Namen und Adressen. In den letzten Jahrzehnten ist somit eine ausdifferenzierte Gedenkkultur entstanden, die durch eine breite Palette von Erinnerungsorten und Erinnerungszeichen geprägt ist. Diese Beobachtung gilt auch für Düsseldorf.
Doch städtische Räume verändern sich. Städtische Topografien werden ständig neu gestaltet. Altes wird abgerissen oder überbaut, während neue Gebäudekomplexe und Stadtviertel entstehen. Doch welche Bedeutung haben diese urbanen Wandlungsprozesse für die städtische Erinnerungskultur? Geht mit der Umgestaltung städtischer Räume auch eine Entsorgung der Vergangenheit einher? Oder bieten gerade diese Veränderungsprozesse die Möglichkeit, verdrängte Geschichte wieder sichtbar zu machen?
Diese Fragen können anhand des ehemaligen Schlachthofgeländes in Düsseldorf-Derendorf diskutiert werden. Von dort aus wurden in den Jahren zwischen 1941 und 1945 Jüdinnen und Juden aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf deportiert. Perspektivisch werden Teile des Geländes künftig von der FH Düsseldorf genutzt werden. Seit einiger Zeit setzen sich Studierende der FH für einen angemessenen Erinnerungsort auf dem neuen FH-Campus ein. Doch wie kann ein solcher Ort gestaltet werden?

INPUT – antifaschistischer Themenabend findet jeden letzten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr im Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108 in Düsseldorf statt. Unregelmäßig werden INPUT-Spezial-Veranstaltungen an wechselnden Orten angeboten, zumeist im Düsseldorfer Kulturzentrum zakk oder im Buchladen BiBaBuZe.

Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland

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