Grabungen für „Rasse“ und „Reich“. Funktion und Bedeutung des „Germanentums“ für die extreme Rechte – gestern und heute

INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf

Referentin: Dana Schlegelmilch (Doktorandin am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Uni Marburg)

Beginn: 19.30 Uhr

Ob Runenschrift, Thorshammer oder Wotansanrufung – Bezüge auf die angebliche „germanische Vergangenheit des deutschen Volkes“ gibt es in der extremen Rechten häufig. Auch der Blick in die Geschichte zeigt, dass die Beschäftigung mit dem „Germanentum“ eine herausragende Rolle in der völkischen Bewegung und im Nationalsozialismus einnahm.
Ab 1933 wurden daher alle Wissenschaften, die sich mit der Vergangenheit befassten, zu sogenannten „Weltanschauungswissenschaften“. Hierzu gehörte beispielsweise die „Volkskunde“, die sog. „Brauchtumsforschung“ betrieb, aber auch die als akademische Disziplin erst im Entstehen begriffene Prähistorische Archäologie / Vor- und Frühgeschichte, die nach den materiellen Hinterlassenschaften der „Germanen“ im Boden suchte. Diese war maßgeblich daran beteiligt, ein rassistisches Geschichtsbild zu konstruieren, mit dem einerseits die „Volksgemeinschaft“ als Abstammungsgemeinschaft definiert werden konnte: Deutsche waren demnach alle, die „rein germanische Ahnen“ aufwiesen. Aber auch die Verbrechen der Deutschen an der „nicht-germanischen“ Bevölkerung konnte damit legitimiert werden.
Die Verankerung dieses Geschichtsbildes in der Bevölkerung war nachhaltig: Über Zeitungen, Filme und den Schulunterricht war es verbreitet worden und lebte nach 1945 – des ideologischen Kontextes beraubt – weiter; bis heute greifen viele populäre Darstellungen der Vergangenheit auf seine Versatzstücke zurück. Der Vortrag will daher die historischen Zusammenhänge aufzeigen und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit diesem Vergangenheitsbild beitragen.

INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf existiert seit 2002 und findet aktuell jeden letzten Montag im Monat statt, zumeist im Zentrum Hinterhof, hin und wieder aber auch im Kulturzentrum zakk und im Buchladen BiBaBuZe. Unregelmäßig werden zusätzliche INPUT-Spezial-Veranstaltungen angeboten.

Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland (ABR) sowie wechselnden weiteren KooperationspartnerInnen.

Kontakt (auch für Ideen für Veranstaltungsthemen): antifa-ak@gmx.de und bildungsforum@gmx.de

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