Quo vadis? Frankreichs extreme Rechte

Quo vadis? Frankreichs extreme Rechte nach den Präsidentschaftswahlen im April 2012 und dem Mord an Clément Méric im Juni 2013

Beginn: 19.30 Uhr

Referent: Bernard Schmid, freier Journalist und Jurist aus Paris

Frankreich zählt zu jenen EU-Ländern, in denen die extreme Rechte bei Wahlen ausgesprochen stark abschneidet und in Zukunft Regierungsmacht ausüben könnte. Die Bündnisfrage wird im konservativen Lager zunehmend heftig debattiert, während die Kandidatin der extremen Rechten – Marine Le Pen – bei der Präsidentschaftswahl im April 2012 stattliche 18 Prozent der Stimmen erhielt, und heute noch mehr einsammeln würde. Die nächsten Kommunalwahlen, die im März 2014 in ganz Frankreich stattfinden, dürften ihr neue Wahlerfolge bringen.

Eines der Betätigungsfelder der Rechten unterschiedlicher Couleur und Schattierungen in den vergangenen zwölf Monaten war die Organisierung des Protests gegen die Öffnung der Ehe auch für homosexuelle Paare. Obwohl das Gesetz dazu seit Mitte Mai dieses Jahres in Kraft ist, hielten die Widerstände gegen seine Einführung auch darüber hinaus an, die verschiedenen Stationen der Tour de France im Juli bildeten ebenso eine Kulisse dafür wie manche Atlantikstrände im August. Teile des rechten Protests werden unterdessen im Herbst u.a. rund um die Opposition gegen eine eventuelle Intervention in Syrien – gegen die, aus unterschiedlichen Gründen, auf der Linken ebenso wie auf der Rechten, Stimmen laut werden – reaktiviert.

Nicht zuletzt gehen Teile der extremen Rechten auch mit offener Gewalt vor. Seit Jahren bestehen „Herde“ neofaschistischer Gewalt in Städten wie Lyon, Toulouse oder in der picardischen Provinz. In dramatischer Form machte der Mord an dem jungen Antifaschisten Clément Méric am 5. Juni auf diese Gefahr aufmerksam.

Der Vortrag wird sich mit den unterschiedlichen Strömungen und Strategien der extremen Rechten in Frankreich beschäftigten, und sie in den Kontext der europäischen rechten „Landschaft“ einordnen. Er soll dazu beitragen, eine bessere Einschätzung der von der extremen Rechten in Europa ausgehenden Gefahren zu ermöglichen und eine Einschätzung wagen, wie groß die Gefahr einer Regierungsbeteiligung der extremen Rechten in Frankreich und einer damit verbundenen Signalwirkung ist.

INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf existiert seit 2002 und findet aktuell jeden letzten Montag im Monat statt, zumeist im Zentrum Hinterhof, hin und wieder aber auch im Kulturzentrum zakk und im Buchladen BiBaBuZe. Unregelmäßig werden zusätzliche INPUT-Spezial-Veranstaltungen angeboten.

Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland (ABR) sowie wechselnden weiteren KooperationspartnerInnen.

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