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Den Komplex Wehrhahn-Anschlag vollständig aufklären!

Wir dokumentieren ein Flugblatt antifaschistischer Gruppen aus Düsseldorf 

Anmerkungen antifaschistischer Gruppen aus Düsseldorf anlässlich des Prozessauftaktes zum Wehrhahn-Anschlag

Am 1. Februar 2017 verkündeten Polizei und Staatsanwaltschaft die Festnahme von Ralf Spies, der als alleiniger Täter für den Sprengstoffanschlag vom 27. Juli 2000 auf dem Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn verantwortlich sein soll. Am 25. Januar 2018 – 17 1/2 Jahre nach dem Anschlag – wird vor dem Landgericht Düsseldorf der Strafprozess gegen ihn eröffnet. Die Anklage wirft ihm u.a. den versuchten Mord an zwölf Menschen vor. Der Angeklagte streitet die Tat bislang ab. Augenzeug_innen und handfeste Beweise gibt es nicht. Staatsanwaltschaft und Polizei sprechen aber bereits seit einem Jahr davon, den Tatverdächtigen aufgrund einer für sie überzeugenden „Indizienkette“ überführen zu können. Doch sicher ist das nicht.

Die Staatsanwaltschaft wird alles daran setzen, einen Schlussstrich unter das langwierige Kapitel „Wehrhahn- Anschlag“ setzen sowie die Ermittlungsarbeit, die Anklage und den Prozess zu einer Erfolgsgeschichte erklären zu können. Doch schon jetzt ist klar, dass es keine Erfolgsgeschichte geben kann. Im Gegenteil: Es werden bei einer alleinigen Fixierung auf die Anklage gegen Spies zahlreiche unbeantwortete Fragen bleiben, beispielsweise nach Defiziten in der Arbeit der Ermittlungs- und Strafverfolgungsinstanzen sowie nach der Rolle des Verfassungsschutzes. Darum werden wir nicht müde, auf die Beantwortung von Fragen zu möglichen Versäumnissen und Fehlern bei der bisherigen (Nicht)Aufklärung zu drängen.

Was ist passiert?

Beim Anschlag im Sommer 2000 wurde eine zwölfköpfige Gruppe Sprachschüler_innen – Migrant_innen aus der ehemaligen Sowjetunion, die meisten von ihnen Jüdinnen und Juden – mit einem auf Sichtkontakt gezündeten, von Hand und zugleich professionell gefertigten Sprengsatz gezielt angegriffen. Zehn von ihnen wurden verletzt, einige lebensgefährlich. Eine schwangere Frau verlor ihr ungeborenes Kind. Schon wenige Tage später geriet nach Hinweisen von antifaschistischen Gruppen und Anwohner_innen der heute Angeklagte Ralf Spies ins Visier der Polizeiarbeit. Die von der Kriminalpolizei zusammengestellte Ermittlungskommission „EK Acker“ ließ allerdings später wieder von ihm ab, da sie ihm die Tat weder zutraute noch nachweisen konnte. Außerdem konnten die Ermittler_innen sich nicht erklären, wieso Spies sich gerade diese Personengruppe als Opfer ausgesucht haben sollte. Ein konkretes Tatmotiv vermochten sie nicht zu erkennen.

Nach weiteren erfolglosen Ermittlungen in „alle Richtungen“ – zum Beispiel zu „osteuropäischer organisierter Kriminalität“ – wurde die Tat zu den Akten gelegt. Erst nach der Selbstenttarnung des NSU im November 2011 prüften die Ermittler_innen, ob es einen Zusammenhang des Wehrhahn-Anschlags mit dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) geben könnte. Sie fanden nichts. Erst nachdem sich Spies 2014 einem Bekannten gegenüber als Täter zu erkennen gegeben haben soll und dieser die Polizei informierte, wurde endgültig neu ermittelt – diesmal unter der Leitung der Staatsschutzabteilung der Düsseldorfer Polizei und ohne die Öffentlichkeit zu informieren. Bis zur Anklage dauerte es dann weit über drei weitere Jahre.

Unsere Fragen

➔ Noch bevor die Polizei in Düsseldorf eine Ermittlungskommission, die „EK Acker“, eingerichtet hatte, durchsuchte der polizeiliche Staatsschutz am 29. Juli 2000 Spies‘ Wohnung und sein Ladengeschäft für Militaria in der Gerresheimer Straße. Heute wissen wir: Die Hausdurchsuchungen waren völlig oberflächlich. Offenbar ging der Staatsschutz von der Unschuld des Durchsuchten aus.
Wer ist für diese dilettantische Hausdurchsuchung verantwortlich?

➔ Es gab schon sehr früh Hinweise darauf, dass es bereits im Herbst 1999 zu ‚Begegnungen‘ zwischen Spies und einer Gruppe Sprachschüler_innen gekommen war, als diese von mehreren Personen aus dem Umfeld von Spies gegenüber seines Ladens massiv bedroht worden waren.
Wieso hat die „EK Acker“ diese Hinweise auf ein konkretes Tatmotiv nicht weiterverfolgt bzw. sie nicht als tatrelevant angesehen?

➔Spies war als Rassist und als gewalttätig bekannt. Zudem war er in die Düsseldorfer Neonaziszene eingebunden und zeitweise Mitglied der extrem rechten Partei „Deutsche Volksunion“ (DVU). Sowohl für die neonazistische Szene als auch für die DVU gehört(e) antisemitische Hetze zum Tagesgeschäft, die DVU wetterte in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre gegen den Zuzug von „Juden aus dem Osten“.
Wieso wird zwar von rassistischen Motiven ausgegangen, nicht aber auch von antisemitischen?

➔Auch wenn Spies innerhalb des Neonazi-Spektrums mitunter als Einzelgänger galt und nicht sonderlich beliebt gewesen sein soll, so war er doch Teil der damals hochaktiven und in Aufbruchstimmung befindlichen Düsseldorfer Neonaziszene und pflegte gute Kontakte zu deren „Kameradschaftsführer“ Sven Skoda. Es ist unwahrscheinlich, dass es in der Szene keinerlei Informationen über den Anschlag gab. Möglicherweise gab es auch Helfer_innen bzw. Mittäter_innen, die Spies unterstützten. Beispielsweise dabei, als stadtteilbekannter Neonazi an einem Werktag zur Nachmittagszeit einen Sprengsatz auf einem S-Bahnhof in der Nähe seiner Wohnung anzubringen und auf Sichtkontakt zu
zünden, ohne gesehen zu werden.
Gab es neonazistische Mittäter_innen oder Mitwisser_innen? Was wusste und welche Rolle spielte hierbei Sven Skoda?

➔Ralf Spies geriet Anfang der 2000er insbesondere deswegen außer Verdacht, da die Ermittlungsbehörden es nicht für möglich hielten, dass er in der Lage sein könnte, „ausgefallene Gegenstände aus dem Waffenbereich herzustellen oder auf Bestellung zu besorgen“. Dabei hatte er während seiner Zeit bei der Bundeswehr eine Sprengstoffausbildung absolviert, verfügte über ein Schweißgerät und war sowohl von
den Möglichkeiten, als auch von seinen Fähigkeiten her dazu in der Lage, den Sprengsatz zu fertigen.
Wieso hat die „EK Acker“ diese Informationen nicht recherchiert? Was wusste der Militärische Abschirmdienst über seine Aktivitäten und Kontakte?

➔Die Rolle der Inlandsgeheimdienstes VS wird in dem Prozess vermutlich nur am Rande thematisiert werden. Es ist nach wie vor unklar, ob dem VS und/oder seinem V-Mann André Minini – Mitglied der „Kameradschaft Düsseldorf“ und gelegentlich Mitarbeiter von Spies bei Wachschutz- und Securityaufträgen – Informationen vorlagen, mit deren Hilfe der Anschlag hätte verhindert oder schneller aufgeklärt werden können. Minini bekam sogar ungefragt ein Alibi vom VS für die Tatzeit.
Was wussten/wissen der VS und sein V-Mann über den Anschlag? Hat der VS das Nötige und Mögliche vollzogen, um zur Verhinderung des Anschlags bzw. zur Aufklärung beizutragen?

➔Es war Aufgabe des Parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschusses des Landtags NRW (PUA), etwaiges behördliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem Wehrhahn-Anschlag zu untersuchen. Auf Bitte von Polizei und Staatsanwaltschaft wurde die Beschäftigung mit diesem Thema über zwei Jahre lang immer weiter aufgeschoben, da eine qualifizierte Festnahme ansonsten gefährdet sei. Kurz nach Spies‘ Verhaftung und damit kurz bevor der PUA seine Arbeit zum Ende der Legislaturperiode im Frühling 2017 abschließen musste, beschäftigte er sich letztlich nur wenige Stunden mit den Ermittlungen zum Wehrhahn-Anschlag. Die Befragungen der Zeugen von Polizei und Staatsanwaltschaft blieb sehr oberflächlich. Stattdessen klopften sich Ermittlungskommission, Staatsanwaltschaft und Großteile des PUA angesichts der „guten Zusammenarbeit“ gegenseitig lobend auf die Schulter.
Wieso hat sich der Untersuchungsausschuss immer wieder vertrösten lassen und letztendlich seine Arbeit nicht gemacht? Wieso wird nicht zumindest ein neuer Ausschuss gebildet, um Versäumtes nachzuholen?

Über den Tellerrand schauen!

Wir sind nicht so naiv zu erwarten, dass im Prozess über die eventuelle Überführung des Täters hinaus Aufklärung betrieben wird. Wie im NSU-Prozess in München zu sehen ist, wird seitens staatlicher Stellen ungern über offenkundig und direkt an der Tat beteiligte Täter_innen hinaus geschaut. Wie in München oder zuletzt in Dresden beim Strafverfahren gegen die „Gruppe Freital“ war es die Nebenklage, die auf Zusammenhänge jenseits des Tellerrandes einer ohne jedes Gespür für die Netzwerkstrukturen neonazistischer Organisationen und Bindungen eng geführten Anklage verwiesen hat. Nicht zuletzt deshalb ist eine kritische Öffentlichkeit gefordert, auch den Wehrhahn-Prozess zu verfolgen und offene Fragen und Ungereimtheiten zu thematisieren. Alleine schon, um den Überlebenden, Betroffenen und den Angehörigen der Opfer des Anschlags zu zeigen, dass sie nicht alleine sind mit ihren Fragen.

Antifaschistische Gruppen aus Düsseldorf (Kontakt: antifaschist_innen-aus-duesseldorf@riseup.net)

Nach 16 Jahren: Verdächtiger des Wehrhahnanschlags festgenommen

16 Jahre nach dem Anschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn nimmt die Polizei einen Verdächtigen fest. (Stand: 1.2., 14:35)

Ralf Spies
Ralf Spies im Fernsehen
Ralf Spies
Ralf Spies im Fernsehen

Nach unseren Informationen handelt es sich um Ralf Spies. Dieser betrieb damals einen „Survival Security & Outdoor“-Laden auf der Gerresheimer Straße in direkter Nähe zum Anschlagsort. Er unterhielt gute Kontakte zur neonazistischen „Kameradschaft Düsseldorf“ um Sven Skoda.

Bereits einen Tag nach dem Anschlag hatte unsere damalige Antifa-Struktur, der Koordinierungskreis antifaschistischer Gruppen in Düsseldorf und Umland (Antifa-KOK) auf eine mögliche Verbindung von Ralf Spies mit dem Düsseldorfer Bombenanschlag aufgrund seiner „Aktivitäten“ im Viertel und der Nähe seines Militaria-Ladens hingewiesen. Auch die Wohnstätten und Infrastruktur der „Kameradschaft Düsseldorf“ befanden sich nur wenige hundert Meter entfernt, z.b. die Direktleitung de „Nationale Infotelefon Rheinland“ in Sven Skodas Zimmer in der elterlichen Wohnung auf der Birkenstrasse.

Damals wie heute: Kein Einzeltäter

Aus seinem neonazistischen Umfeld gab es jahrelang immer wieder rassistische Hetze über die „Zustände in der Gegend“, in der der Anschlag stattfand.

Vertreter von Stadt und Staatsanwaltschaft hatten aber selbst im Kontext des Anschlages immer wieder die Existenz einer neonazistischen Szene geleugnet. Dies konnten wir damals widerlegen, ebenso die vermeintliche Nicht-Einbindung von Spies in die Neonazi-Szene.

Die daran anschließende gesellschaftliche Debatte führte zu dem von Gerhard Schröder ausgerufenen „Aufstand der Anständigen“, der für staatlich finanzierte Programme gegen Nazis gesorgt hat. Eine Debatte über den gesellschaftlichen Kontext, in dem Neonazismus entsteht, den Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft, als dessen Vollstrecker sich ein neonazistischer Terrorist wähnt, stand leider nicht ausreichend im Fokus der Debatte. Damals wie heute, was u.a. das Agieren neonazistischer Strukturen in Sachsen zeigt.

Es wird laufend nachberichtet.

Pressesammlung:

Aktuell:

Neonazistischer Bombenleger?, Andrea Röpke im BNR

Mutmaßlicher Wehrhahn-Attentäter gefasst, RP Online
Düsseldorf: Mutmaßlicher Wehrhahn-Bomber gefasst, WDR
SEK nimmt mutmaßlichen Bomber von Düsseldorf fest, Spiegel Online

Hintergrund:

15 Jahre Wehrhahn-Anschlag, Terz 07/08 2015
Der Düsseldorfer Wehrhahn-Anschlag: Ein Rück- und Ausblick (fast) 15 Jahre danach, LOTTA

Sondernummer 08-2000 der Düsseldorf Stattzeitung TERZ zum Anschlag, darin u.a.
„Die militante Neonazi-Szene in Düsseldorf „

Artikel von 2000:

Mangel an Indizien, TAZ
Keine Neonazi-Strukturen erkennbar? Terrortown Düsseldorf | Antifa Infoblatt AIB 51, 2.2000

Presseanfragen bitte an:

info@antifa-duesseldorf.de

Düsseldorfer Appell gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Wir unterstützen den Düsseldorfer Appell gegen Abschiebungen nach Afghanistan:

„Keine Abschiebungen nach Afghanistan – Düsseldorf muss Bleiberecht garantieren!

Am 14. Dezember wurde die erste Sammelabschiebung aus der Bundesrepublik nach Afghanistan vollzogen – trotz 1.600 Toten und mehr als 3.500 verletzten Zivilist*innen allein im ersten Halbjahr 2016. Terroranschläge wie in Kabul (21. November, mindestens 27 Tote) oder im von der Regierung zuvor als sicher eingestuften Masar-i-Sharif (10. November, mindestens 4 Tote, 128 Verletzte, deutsches Konsulat in Trümmern) zeigen ganz klar: Afghanistan ist nicht sicher. Nach über 30 Jahren herrscht dort immer noch Krieg.

An den Abschiebungen nach Afghanistan gibt es massive Kritik aus der Zivilgesellschaft und der Medienlandschaft. Menschen, die aus Afghanistan geflohen sind, gehen seit Wochen, u.a. auch in Düsseldorf gegen diese Pläne auf die Straße. Zu Recht: Wenn Innenminister Thomas de Maizière in schusssicherer Weste und mit militärischem Begleitschutz in Kabul aus dem Hubschrauber steigt, dann ist das der Gipfel des Zynismus für die Betroffenen, die akut von Abschiebung dorthin bedroht sind.

Die Abschiebepraxis der Bundesregierung unterliegt nicht der sorgfältigen Prüfung der Situation vor Ort und dem Schicksal der Individuen, sondern willkürlichen politischen Entscheidungen. Ein ziviles, sicheres Leben ist in Afghanistan schlicht nicht möglich. Und auch für alleinstehende junge Männer, ist eine Rückkehr nach Afghanistan konkret lebensbedrohlich, da ihnen zudem die Zwangsrekrutierung zu einer der militärischen Parteien droht.
In Düsseldorf kommt es sogar bereits dazu, dass das BAMF mit seinen Asylentscheidungen Familien auseinanderreißt.

Wenn eine Regierung Menschenrechte verletzen will, indem sie Schutzsuchende in Kriegsgebiete zurückschickt, dann müssen Menschen auf anderen Ebenen Verantwortung übernehmen – ganz besonders auch vor Ort in den Kommunen:

  • Wir fordern den Rat der Stadt Düsseldorf auf: Sprechen Sie sich in einem Beschluss gegen Abschiebungen aus Düsseldorf nach Afghanistan aus! Geben Sie den Beschäftigten der Ausländerbehörde, die sich nicht durch die Mitarbeit an den Abschiebungen schuldig machen wollen, damit politisch Rückendeckung. Machen Sie deutlich, dass Sie als politisch Verantwortliche von der Düsseldorfer Verwaltung erwarten, dass sie Grundsätze der Menschenrechte einhält und sich nicht an Abschiebungen in Kriegsgebiete beteiligt.
  • Wir fordern Oberbürgermeister Thomas Geisel und die Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch auf: Übernehmen auch Sie Verantwortung! Machen Sie als Chef der Düsseldorfer Verwaltung und Flüchtlingsbeauftragte der Stadt deutlich, dass Sie sich gegen diese menschenfeindlichen Abschiebungen stellen!
  • Wir fordern die Düsseldorfer Mitglieder der Parteien auf: Machen Sie deutlich, dass Sie von Ihren Fraktionen im Rat sowie von den lokalen Verantwortlichen in Ausländerbehörde und Verwaltungsvorstand erwarten, Abschiebungen aus Düsseldorf nach Afghanistan zu verhindern. Erklären Sie unmissverständlich, dass Sie ein Wegducken derjenigen, die hier vor Ort Entscheidungen treffen, nicht akzeptieren. Setzen Sie sich darüber hinaus auf allen Ebenen, auch auf Landes- und Bundesebene, für einen Stopp der Abschiebungen ein. Machen Sie Druck, damit die erzwungenen und ohne parlamentarische/öffentliche Debatte abgeschlossenen Vereinbarungen mit der afghanischen Regierung zur Rücknahme von Geflüchteten rückgängig gemacht werden.
  • Wir fordern die Leitung und die Beschäftigten der Ausländerbehörde der Stadt Düsseldorf auf: Machen Sie keine Abschiebungen aus Düsseldorf nach Afghanistan möglich! Es sind die Beschäftigten der lokalen Ausländerbehörde, die den Prozess der Abschiebungen mit in die Praxis umsetzen. Sie entscheiden faktisch, welche Namen auf den Abschiebelisten stehen. Daher können auch Sie sich dafür einsetzen, dass kein Mensch aus unserer Stadt in ein Kriegsgebiet abgeschoben wird. Auch Sie haben nun die Chance konkret dazu beizutragen Menschenleben zu retten, statt sich an der Vorbereitung, Mitarbeit und Ermöglichung der Abschiebungen zu beteiligen.
  • Wir fordern die Leser*innen dieses Appells auf, sich aktiv in Ihren Verantwortungsgebieten und Entscheidungsräumen gegen die geplanten Abschiebungen einzusetzen. Positionieren Sie sich in ihren Entscheidungen für eine Gesellschaft, in der die eigentlich verfassungsrechtlich geschützten Menschenrechte und der konkrete Schutz von Menschenleben an oberster Stelle stehen. Unterzeichnen und verbreiten Sie unseren Appell!

Wir werden nicht dabei zusehen, wie wir zurück in die Hände der Taliban abgeschoben werden. Die Kämpfe zwischen ihnen, dem afghanischen Militär und den unterschiedlichen Warlords innerhalb eines korrupten Systems bedrohen das Leben unserer Familien„, erklärt Hr. Ghorbani, ein Sprecher unseres Bündnisses.
Es ist nun an Ihnen als Düsseldorfer Verantwortliche, ebenfalls nicht wegzusehen. Afghanistan ist nicht sicher – keine Abschiebungen in Kriegsgebiete!

Bündnis „Nedaje Afghan – Afghanischer Aufschrei“ Düsseldorf, 11.01.2017

Hintergrundinformationen:
http://afghanischer-aufschrei.de/hintergrund/
https://www.facebook.com/nedajeafghan/

Wenn Sie den Appell unterstützen möchten senden Sie bitte eine E-Mail an afghanischer-aufschrei@riseup.net. Bitte leiten Sie den Appell an Ihre FreundInnen, KollegInnen, Organisationen, Betriebe, Bekannte und Verwandte weiter!“

David Eckert (AfD) geoutet

Laut eines Artikels wurde David Eckert, der u.a. als Vorsitzender der AfD-Hochschulgruppe an der Heinrich-Heine-Universität („Campus Alternative – Düsseldorf) tätig ist, in seiner Nachbarschaft in Düsseldorf geoutet. In den Flugblättern hieß es unter anderem: David Eckert (AfD) geoutet weiterlesen

Protest gegen „Die Republikaner“-Landesvorsitzenden und Stadtratsabgeordneten Andre Maniera.

Wir dokumentieren die Pressemitteilung von Düsseldorfer Antifaschistinnen und Antifaschisten zum Protest gegen Andre Maniera: Protest gegen „Die Republikaner“-Landesvorsitzenden und Stadtratsabgeordneten Andre Maniera. weiterlesen

„Rechte Burschen – Ein Überblick über Burschenschaften und andere Studentenverbindungen“

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„Immer wieder finden sich unter den Studentenverbindungen auch Rechtsaußen-Kräfte – nicht nur, aber vor allem in dem Dachverband „Deutsche Burschenschaft“, zu dessen Mitgliedern NPD-Funktionäre und andere Aktivisten extrem rechter Organisationen zählen. Ebenso wie die Düsseldorfer Burschenschaft „Rhenania Salingia“, die zudem beste Kontakte zur AfD-Hochschulgruppe an der HHU pflegt.“

Die Veranstaltung des Die Linke.SDS Düsseldorf findet am Dienstag, den 28. Juni, um 18:30 Uhr im Raum 23.31.02.26 der Heinrich-Heine-Universität statt.

Soli-Sampler „Refugees Welcome“

Refuggees_welcome_cd_bannerFast täglich werden Geflüchtete angegriffen und Unterkünfte brennen. Ob “besorgte Bürger*innen” in Clausnitz, johlende Brandstifter*innen und ihre Fans in Bautzen, Pegida, AfD, NPD und viele andere schüren Gewalt und Rassismus, an den Außengrenzen der EU sterben unzählige Menschen, die sich in der Hoffnung auf ein besseres und sicheres Leben Richtung Europa aufgemacht haben, die Flüchtlingsthematik dominiert alle Medien. Dabei ist die “Krise” vor allem eine, die von Rassismus und Hetze geprägt ist.

Um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen und gegen Rassismus und Faschismus Aktive zu unterstützen ist jetzt der Sampler „Refugees Welcome – gegen jeden Rassismus“ mit etlichen bekannten Bands erschienen. Viele der Songs wurden exklusiv für den Sampler produziert. Mit dabei sind: Dirk von Lowtzow,Frittenbude, Denyo, GUSTAV, Antilopen Gangsookee, Spezial-K,Neonschwarz, Feine Sahne Fischfilet, Pisse, Egotronic,candelilla, Human Abfall, A Tribe Called Knarf, The Dropout Patrol,Form/prim, Das Flug, Chaoze One, Microphone Mafia, Mal Elévé (Irie Révoltés), Das Bierbeben, Berlin Boom Orchestra, Brockdorff Klang LaborKobito, les trucs.

Sämtliche Erlöse werden dabei lokalen, selbstorganisierten und antirassistischen Initiativen zur Verfügung gestellt.

Also: Kauftipp! Am besten beim Label Springstoff direkt im Shop.

Die Hauptstadt on Tour! Antifa-Demo am 07.12. in Duisburg

antifa-demo-duisburg-nopegidaAlles muß man selber machen… Darum fahren wir zusammen mit den Genoss*innen aus Köln nach Duisburg zur Antifaschistischen Demonstration gegen den dort stattfindenden Pegida-Aufmarsch.

Zugtreffpunkt für Düsseldorf: 17:00 Uhr am Hbf (neben dem Ufa-Kino). Bitte pünktlich sein.

Hier der Aufruf der autonomen Vollversammlung NRW:

Die Hauptstadt on Tour! Antifa-Demo am 07.12. in Duisburg weiterlesen

Gemeinsamer Zugtreffpunkt für #NoHoGeSa am 25. Oktober aus Düsseldorf

Für ALLE Leute, die in Köln gegen HoGeSa demonstrieren wollen, wird es
von organisierten Düsseldorfer Gruppen einen gemeinsamen Zug-Treffpunkt
geben. Egal, ob ihr zu Sitzblockaden, Würstchen-Essen oder sportlicheren
Aktitiväten fahrt. Es wird am Treffpunkt Informationen geben, wie ihr zu
der Aktion kommen könnt, bei der IHR euch wohlfühlt.

Treffpunkt: 10:20 Uhr (pünktlich!) am Ufa-Kino neben dem Hbf.

P.S.: Denkt an die Zeitumstellung!
P.P.S.: Es ist ratsam vor dem Schlafen gehen am Samstag nochmal auf diese Seite zu schauen, falls sich spontan irgendetwas ändert.

Messer, Nazis, Hogesa und die Folgen rassistischer Hetze

Während die #Dügida-Chefin Melanie Dittmer mit einem Messertraining mit vermummten Neonazis für den #Hogesa-Aufmarsch nach Köln auf YouTube mobilisiert, greift ein Neonazi die dortige OB-Kandidatin mit einem Messer an und verletzt sie schwer  Bei dem Neonazi Frank S soll es sich laut Kölner Antifa um einen ehemaligen Akivisten der FAP handeln. Er soll in den 90er Jahren an zahlreichen Naziaufmärschen, u.a. an Rudolf Hess Gedenkmärschen in Fulda und Luxemburg teilgenommen haben. Er soll damals fest in der militanten Neonaziszene aus Bonn organisiert gewesen sein.
Update:
Die Antifa-NRW Zeitung berichtete schon im Winter 1997 von dem Täter als gewalttätigem Neonazi aus St.Augustin.
Update #2:
Wie die Antifa Zeitung Lotta in ihrem Blog NRW Rechsaussen berichtet, war der Kameradschaftsführer des Attentäters zu seiner aktiven Zeit in der neonazistischen FAP Norbert Weidner. Weidner war zur fraglichen Zeit V-Mann des Verfassungsschutzes.

Neonazis und Rassisten dürfen wir nicht die Straße überlassen, deswegen lasst uns den HOGESA Aufmarsch am 25.10. in Köln verhindern!

mehr:

Infos bei Köln gegen Rechts: http://fb.me/tJ8vA0lR

Kita: http://www.ksta.de/koeln/-reker-bei-messerangriff-schwer-verletzt-sote,15187530,32183418.html#plx105380626

Infoveranstaltung zur Mobilisierung gegen den Hogesa-Aufmarsch:

Montag, 19.10., 19:30 Uhr
Linkes Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108, Düsseldorf