Schlagwort-Archiv: Mayday

Frühschicht – Linke Fabrikintervention in den 70er Jahren

Klaus Franz hat es getan, Berthold Huber hat es getan, Joschka Fischer hat es getan.

»Ich wusste nicht, was auf mich zukam. Aber ohne die Arbeiterklasse hatten wir keine Chance, die Welt zu verändern, so viel war klar.« Das schreibt Harry Oberländer 1977, einige Jahre nachdem er als revolutionärer Aktivist bei Opel in Rüsselsheim angeheuert hatte. Vom Studenten zum Arbeiter.

Was heute kaum vorstellbar klingt, war Anfang der 70er Jahre weit verbreitet. Auf die antiautoritäre Revolte von 1968 folgte für viele der Schritt in die Produktion; einige Tausend junge Linke tauschten den Seminarstuhl gegen die Werkbank ein, um die Arbeiterklasse für Revolution und Kommunismus zu begeistern.

Das Buch geht der Faszination nach, die diese Ereignisse auf die rebellischen StudentInnen hatte. Es behandelt die K-Gruppen, die sich an Lenins Modell der Kaderpartei orientierten, ebenso wie die Spontis, deren Schlachtruf »Wir wollen alles« lautete und die die These von der Autonomie der Arbeiterkämpfe in der Fabrik erproben wollten.

Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen der ProtagonistInnen dieses Experiments, die mal nur einige Monate, manchmal ein ganzes Leben in der Fabrik geblieben sind.

Lesung mit dem Autor Jan Ole Arps
im Linken Zentrum “Hinterhof”, Corneliusstr. 108, Düsseldorf
am Di, 5.7., Einlass 19:00, Beginn 20:00

Veranstaltet von der brigada hora azul und der Antifaschistischen Linken Düsseldorf.

Mayday-Film: Für eine andere Welt

Seit Beginn dieses Jahrhunderts gab es mehr Bürgerunruhen als in den 60er Jahren. In Athen gingen Schüler und Studenten auf die Straße, in Kopenhagen die “Altermondialisten” und in der chinesischen Stadt Shenzhen die Arbeiter der Ricoh-Werke. Auf den ersten Blick haben diese Bewegungen nichts miteinander gemein. Außer: Sie werden alle von jungen Menschen getragen, die ihrer Unzufriedenheit über die Globalisierung Gehör verschaffen wollen. Die Dokumentation untersucht die Beweggründe der Protestierenden.

19.5., 20:30 Uhr, Linkes Zentrum Hinterhof

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“Caring for Communism” – Arbeit und Reproduktion

Workshop mit der Gruppe Dissident

Die Weltwirtschaftskrise offenbart eine tiefgehende Störung der kapitalistischen Produktionsweise und ihres gegenwärtigen Akkumulationregimes. Dass mit der unmittelbaren Produktionssphäre auch eine spezifische Reproduktionsphäre verbunden ist, wird in der radikalen Linken zwar kaum geleugnet, doch findet dieser Aspekt der kapitalistischen Verwertung menschlichen Lebens kaum Eingang in die eigene kritische Analyse. Dabei ist es gerade diese Sphärentrennung, die noch immer unabdingbar für den Produktionsablauf ist. Wir denken deshalb, dass Lohnarbeit nur im Zusammenhang mit reproduktiver Arbeit gültig zu analysieren ist.

Die gegenwärtige Krise verdeutlicht auch eine Reproduktionskrise, und wirft die Frage nach einer radikalen gesellschaftlichen Neuorganisation anhand menschlicher Bedürfnisse auf. Eine Kapitalismuskritik darf nicht blind sein für das Verhältnis von Geschlecht und (Re-)Produktion, das sämtliche Sphären der bürgerlichen Gesellschaft – wie auch Nationalstaat und Recht – durchdringt. Ohne eine kritische Analyse dieses Verhältnisses kann eine kommunistische Gesellschaft nicht gedacht und erst recht nicht möglich gemacht werden.

18:30 (pünktlich!), Linkes Zentrum

Kleine Geschichte des 1.Mai

Bunter Vortrag zu diesem historischen Datum

Die einen sehen in dem Tag den “Kampftag der internationalen Arbeiterklasse”, andere den “Tag der Arbeit”. Dritte wieder freuen sich über einen freien Arbeitstag und wissen weder über den historischen Ursprung noch die Geschichte seiner Entwicklung auch nur annähernd etwas zu berichten.
Doch wie kam das Datum überhaupt zu seinem politischen Kontext und was hat das ganze mit Riots in Chicago zu tun? Gibt es die nicht immer nur in Kreuzberg?Welche Entwicklungen hat es rund um den 1.Mai gegeben?
Diesen und andere Fragestellungen gehen wir bei unserem kleinen bunten Vortrag zu diesem historischen Datum nach.

20:00 Linkes Zentrum

Der Gewinn der Krise

Roadmovie zur Wirtschaftskrise D 2010, 45 Minuten – von J.Nowak

Auf einer Reise durch sechs deutsche Städte im Frühjahr und Sommer 2009 schildern neun Betroffene ihre Perspektive auf die Wirtschaft- skrise. In den Gesprächen mit den Interviewten entstanden Schilderungen der Veränderungen des Alltags und der Arbeit in den letzten 10 bis 20 Jahren. Als Roadmovie konzipiert, zeigt der Film das Lebensumfeld der Befragten und die Landschaft, wie sie von der Autobahn aus gesehen wird.

Wenn es um die Krise geht, ist viel zu lesen von der Funktion der Finanzmärkte, Staatsschulden und wackelnden Banken, manchmal auch von Überproduktion und sinkenden Profitraten des Kapitals, aber selten vom Widerstand gegen diese Entwicklungen und der subjektiven Wahrnehmung der Krise durch Arbeiterinnen und Arbeiter.

Anschliessend: Diskussion mit dem Filmemacher.

20.04. 20:00 Damen und Herren, Oberbilker Allee 35, Düsseldorf

Erste Veranstaltung der Reihe >Mayday – jede Revolution hat ihren Vorabend<