Schlagwort-Archive: NSU

Neonazismus in Bayern. Die bayerische Geschichte des NSU und aktuelle Bestandsaufnahme

Referent: Robert Andreasch (München)

Beginn: 19.30 Uhr

Eine Veranstaltung in Kooperation mit SJD – Die Falken KV Düsseldorf

Das NSU-Netzwerk begann seine rassistische Attentatsserie nach dem Abtauchen in Bayern – mit einer Rohrbombe in der Nürnberger Kneipe “Sunshine Pub”. Im bayerischen Verfassungsschutzbericht für das betreffende Jahr 1999 war zu lesen, “rechtsterroristische Strukturen” seien “nicht bekannt geworden”. “Eine Strategiedebatte über eine gewaltsame Beseitigung des politischen und
gesellschaftlichen Systems in Deutschland” fände von rechts “derzeit nicht statt”.
Bis 2005 haben die Neonazis in Bayern fünf Menschen erschossen. Bayerische Unterstützer_innen halfen Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe bei der Sprengstoffbeschaffung, der Wohnungsanmietung, beim Beschaffen von Dokumenten und vielleicht auch bei den Tatortrecherchen.
Eine militante Neonazi-Szene existiert auch heute in Bayern. Mit dem “Freien Netz Süd” hat sie in den letzten Jahren eine große Struktur ausgebildet. Nach der Einleitung eines Verbotsverfahrens zeigten die Neonazis zuletzt ihre Flexibilität – die Kameradschaftsorganisationen wandelten sie bayernweit in Stützpunkte der neuen Neonazipartei “Der dritte Weg” um.

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Presseschau: NSU-Helfer aus Düsseldorf gesteht Waffenlieferung

Der im Januar in Düsseldorf festgenommene Carsten S. hat gestanden, die Tatwaffe geliefert zu haben, mit der neun Morde der NSU verübt wurden:

Zur Vollständigkeit unsere Publikationen vom Januar und von 2004.

Aus aktuellem Anlaß: NSU-Helfer in Düsseldorf festgenommen

Am Morgen des 1.2. nahm die Bundesanwaltschaft mit Spezialkräfte den mutmaßlichen Helfer des NSU, Carsten S. aus Düsseldorf fest.
Auf die Schnelle möchten wir auf ein paar Artikel aufmerksam machen, die wir hier kurz zusammenfassen möchten:

Es wird nachberichtet und aktualisiert. Stand: 2.2.2012

Pressemitteilung: Düsseldorfer war Kontaktmann zum rechtsterroristischen NSU?

Pressemitteilung vom 25. Januar 2012

Düsseldorfer war Kontaktmann zum rechtsterroristischen NSU?

Antifa fordert Aufklärung

Durch einen „Spiegel“-Bericht wurde der Öffentlichkeit Anfang Januar
2012 bekannt, dass es um die Jahrtausendwende einen weiteren Kontaktmann
zur neonazistischen Untergrundzelle NSU gegeben haben könnte: Carsten
S., zwischenzeitlich nicht mehr in der Neonazi-Szene aktiver
Kader des „Thüringer Heimatschutzes“ (THS) und ehemaliger
stellvertretender Landesvorsitzender der NPD-Jugendorganisation „Junge
Nationaldemokraten“ (JN) aus Jena, später Düsseldorf.
Die aktuellen Enthüllungen werfen Fragen auf, die von S.
beantwortet werden müssen.

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Naziterror – rassistischer Normalzustand

Die Gruppe “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) ermordete im Laufe von über zehn Jahren mindestens zehn Menschen. Die Täter stammen aus einem neonazistischen Milieu, das sich nach der Wiedervereinigung in etlichen Gegenden in Ostdeutschland herausbildete und etablierte. Wie sich herausstellte konnten etliche der Nazistrukturen unter zur Hilfenahme des sogenannten „V-Mann“-Konzeptes der Verfas- sungsschützer_innen finanziert und aufgebaut werden. So konnte auch die Terrorstruktur NSU auf die tatkräftige Unterstützung in Form von Geldern und falschen Papieren mindestens des Thüringer Verfassungsschutzes zählen.

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„Kein 10. Opfer!“? „Nationalsozialistischer Untergrund“, Rechtsterror und die Rolle des Staates

Infoveranstaltung im Zakk, Fichtenstr. 40, Düsseldorf

Die politischen Ziele der Neonazis sind in ihrem Kern immer verbunden mit Gewalt, Terror und Vernichtung. Dem Terror des historischen NS kam die Aufgabe zu, politische und „rassische“ GegnerInnen auszuschalten oder zu vernichten. Ähnlich agiert der neonazistische „Nationale Widerstand“ heute, wenn er sich Platz auf der Straße oder in den Kommunen verschaffen will: Er nimmt die „Volksfeinde ins Visier“ und droht ihnen mit dem Tod. Oder ermordet sie sogar.
Bei der Suche nach einer Antwort darauf, warum die Neonazigruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) den Weg in den bewaffneten Untergrund genommen hat, muss sich mit ihrem Ausgangsort beschäftigt sowie das politische Milieu und damit ihr geistiger und aktionistischer Erfahrungsraum in den 1990er Jahren beschrieben werden. Dass die staatlichen Behörden die Existenz dieser terroristischen Gruppierung jahrelang nicht aufgedeckt haben, liegt schließlich auch in der unzureichenden behördlichen Analyse dessen, was eine neonationalsozialistische Bewegung und ihr gewalttätiges Potenzial ausmacht.
Der Vortrag wird sowohl den historischen als auch den aktuellen politischen Kontext des „Rechtsterrorismus“ beleuchten und die inhaltlichen Entwicklungslinien aufzeigen. Es soll versucht werden, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex „NSU“ Antworten zu geben, obwohl sehr viele der öffentlich bekannten Erkenntnisse widersprüchlich sind und immer noch mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten.
Die ReferentInnen sind MitarbeiterInnen des apabiz und haben diesen Vortrag in Kooperation mit anderen antifaschistischen Projekten erarbeitet.
http://www.linkes-zentrum.de/gruppen/input

Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf, Antirassistisches Bildungsforum Rheinland und AG INPUT

In Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus und Neonazismus der FH Düsseldorf, dem zakk, dem Buchladen BiBaBuZe und der Antifaschistischen Linken Düsseldorf