Schlagwort-Archive: Dortmund

Jetzt erst recht: Alle nach Dortmund!

Auch wenn die Stadt ihr Angebot für den Tremoniapark in letzter Minute zurückgenommen hat und damit faktisch versucht das Antifacamp zu verhindern, halten wir weiterhin an unseren Plänen fest. Wir werden in den nächsten zehn Tagen in Dortmund aktiv sein und uns gegen Neonazis, Rassismus, Militarismus und soziale Ausgrenzung engagieren. Wir werden aber auch die Stadt Dortmund mit den Konsequenzen ihrer Blockadehaltung konfrontieren und klarstellen, dass Antifaschismus mehr ist als einmal im Jahr ein Straßenfest gegen rechts zu organisieren.

Die Stadt hat sich mit ihrer heutigen Erklärung zum Camp den Forderungen der Neonazis gebeugt, das Antifacamp nicht stattfinden zu lassen. Was hilft ein Verbot rechter Organisationen, wenn nicht über die Wurzeln von rechter Gewalt, nämlich rassistische und nationalistische Einstellungen in der Gesellschaft, geredet werden kann, wenn Versammlungen, die mehr wollen als eine Bekämpfung der Symptome, verhindert werden?

Auch nach dem Verbot des NW Dortmund laufen mehrere Dutzend gewaltbereite Neonazis durch diese Stadt, die regelmäßig Menschen angreifen, Anschläge verüben und ihre Hetze verbreiten. Das sie sich nun nicht mehr „Nationaler Widerstand Dortmund“ nennen dürfen, wird sie daran nur wenig hindern.

Wir treffen uns morgen um 10:00 Uhr am Friedensplatz. Reist auch den ganzen Tag über an. Mit vereinten Kräften können wir einen Platz für unser Camp durchsetzen und damit ein außerordentlich wichtiges politisches Zeichen setzen. Egal was passiert, für Verpflegung und sichere Schlafplätze ist gesorgt. Es besteht die Möglichkeit Gepäck vor Ort unterzubringen.Wir werden an unseren Veranstaltungen festhalten. Kommt alle nach Dortmund und vergesst eure Zelte nicht!

Achtet auf aktuelle Ankündigungen!
Venceremos!

Aktuelle Infos: http://www.antifacamp.org

Skandal: Dortmund verweigert Antifacamp die Genehmigung

In einem Gespräch hat die Stadt Dortmund heute bekanntgeben, das sie dem Antifacamp die Genehmigung verweigert. Vertreter des Vorbereitungskreises sind empört und werfen der Stadt einen Angriff auf die Versammlungsfreiheit vor.

„Die Entscheidung von Oberbürgermeister Sierau ist eine politische Bankrotterklärung“, so Tobias Schmidt, Pressesprecher des Antifacamps. „Besonders die Tatsache, dass eine von Neonazis angemeldete Demonstration gegen das Camp ein Ablehnungsgrund gewesen ist, macht uns fassungslos. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: weil eine seit heute verbotene Organisation von gewaltbereiten Neonazis gegen unser Camp demonstrieren will, wird uns eine Genehmigung verweigert.“

Mehr lesen auf der Seite des Antifa-Camps.

Antifa-Camp: Infoveranstaltung

Infos zum bundesweiten Antifacamp im Rahmen des Infocafes

im Linken Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108
Das bundesweite Antifacamp ist eine direkte Intervention gegen den Naziaufmarsch zum Antikriegstag am 1. September und die von den Nazis
ausgerufenen “Aktionswochen”. Es wird Raum schaffen, um bundesweit Erfahrungen austauschen und um antifaschistische Kämpfe praktisch anzugehen. Durch Aktionen in den Stadtteilen und inhaltliche Workshops werden Themen wie gesellschaftlicher und staatlicher Rassismus mit Antinaziarbeit verknüpft. Darüber hinaus soll die soziale Frage klar antiautoritär und antifaschistisch gestellt und progressive antimilitaristische Akzente gesetzt werden. antifacamp.org

Dortmunds Neonaziszene unter Druck?

Kontinuitäten und Veränderungen – eine Bestandsaufnahme

Die neonazistische Szene in Dortmund ist weiterhin höchst aktiv und gewaltbereit. Ihre AkteurInnen sind personell und organisatorisch gut aufgestellt und bundesweit vernetzt. Jahrelang verübten vor allem die
“Autonomen Nationalisten” um den “Nationalen Widerstand Dortmund” Anschläge auf linke Wohn- und Kulturprojekte und demokratische Institutionen sowie Übergriffe auf antifaschistische und alternative
Jugendliche. Seit 2009 zeichnen auch vermehrt Mitglieder der “Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld” für körperliche Attacken auf MigrantInnen und AntifaschistInnen verantwortlich.

Lange Zeit beschäftigten sich nur antifaschistische Gruppen mit den Neonazis, machten auf ihr Treiben aufmerksam, organisierten Gegenaktionen oder setzten sich anderweitig zur Wehr. Weitere, beispielsweise strafrechtliche Konsequenzen hatten die Neonazis lange Zeit nicht zu befürchten.

Erst seit etwa vier Jahren verändert sich von Seiten der Zivilgesellschaft, der Stadtoberen, Polizei und Justiz allmählich der Umgang mit der Neonazi-Problematik. Die Stadt brachte beispielsweise
einen “Lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus” auf den Weg, und die Polizei stellte – nach dem Wechsel des Polizeipräsidenten – eine Sonderkommission auf die Beine, die den “Nazis auf die Füße treten” soll.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die aktuell bestehenden Neonazi-Gruppierungen, informiert über deren Arbeitsschwerpunkte und Handlungsstrategien sowie über drei aktuell laufende bzw. anstehende
Prozesse gegen Dortmunder Neonazis. Darüber hinaus wird nachgezeichnet, wie sich der Umgang der lokalen Akteure mit den Nazis gewandelt hat und welche Auswirkungen dieses auf die örtliche extreme
Rechte hat.
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Alerta! bei Olga

Auf dem diesjährigen Umsonst-Und-Draussen-Festival „Olgas Rock“ im beschaulichen Ruhrgebietsstädtchen Oberhausen gab es neben einigen netten Bands (Pascow, Kraftklub etc.) und mehren tausend Besucherinnen und Besuchern zwei nicht-musikalische Ereignisse, die der Erwähnung wert sind.

Zum einen gab es mehrere Auseinandersetzungen mit „Autonomen Nationalisten“ (AN), die auf dem Gelände provozierten, vermeintliche Antifaschisten abfilmten und Konzertbesucher angriffen. Mehrere Nazis wurden des Festivals verwiesen oder von der Polizei festgenommen. Ein Beispiel, wie offensiv die AN im Ruhrgebiet auch in quasi alltäglichen Situationen auftreten – und Gegenwehr erfahren.

Olgas Crew kommt nach Dortmund

Offensichtlich hatten die Nazis nicht richtig auf die Bandliste des Festivals geschaut, spielten doch mit Pascow und Irie Revoltes Bands, die viele linke antifaschistische Besucherinnen und Besucher anlockten.

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Info-Veranstaltung: Den Naziaufmarsch in Dortmund verhindern!

Am 3.9. wollen die Neonazis zum 7. Mal in Dortmund aufmarschieren, um ihren “Nationalen Antikriegstag” zu begehen. Auch in diesem Jahr wird es wieder zahlreiche Gegenaktivitäten geben. Nachdem es in den letzten Jahren gelungen ist, den Naziaufmarsch in die Öffentlichkeit zu rücken und auch die Zivilgesellschaft zu einer Positionierung zu zwingen, haben wir uns in diesem Jahr dazu entschieden offensiver gegen den Aufmarsch vorzugehen. Das Bündnis “Alerta! – DAB und antifaschistische Gruppen aus NRW” hat sich konstituiert, um den Widerstand unter dem Motto “Naziaufmarsch sabotieren, blockieren, verhindern!” auf die Straßen zu tragen.
Daneben gibt es zwei weitere Bündnisse, die zu Blockaden des Naziaufmarsches aufrufen. Es bewegt sich also einiges – wenn Ihr mitkommt! Wir rufen alle Antifaschist_innen auf, sich an den Gegenaktivitäten zu beteiligen. Ziel ist es, den Naziaufmarsch zu verhindern!
Vortrag & Letzte Infos:
29.8., Hinterhof / Linkes Zentrum, ab 19:00 / Begin 20:00

Ruhr Reggae: Alle gegen Nazis!

Love, peace and music

Mehrere tausend Menschen feiern am ersten Tag des Ruhr Reggae Festivals 2011 in Mühlheim an der Ruhr am Rande des Ruhrgebietes zu karibischen Klängen und Reggae Musik. Der Berliner Nosliw unterstreicht mit seinem Song „Nazis raus“ sein antirassistisches und antifaschistisches Selbstverständnis – und die Zuschauer_innen quittieren sein Engagement mit lautem Beifall.
Danach kommen die Headliner des ersten Tages auf die Bühne: Mono & Nikitaman mit der Royal Flash Band. Mit Songs vornehmlich aus ihrem neuen Album „Unter Freunden“ bringen sie die Masse schnell zum Toben. Doch die Band kennt nicht nur Party und Spaß:

„Wenn wir könnten, würden wir sogar die Welt retten./ Nur weil wir feiern wollen, heißt das noch lange nicht, dass wir das Maul halten, mix Party und Politics.“

Songs mit jeder Menge textlicher Anspielungen u.a. gegen Atomkraft, gegen Ausbeutung und für ein selbstbestimmtes Leben finden sich auch in diesem Auftritt wieder. Die Masse ist begeistert.

Gegen Ende des Auftritts kommt ein Song über die “Clownsarmee”, die vor allem mit Mitteln und Methoden der Spaßguerilla bei Globalisierungs- oder Anti-Atomprotesten immer wieder zur Bereicherung der Aktionsformen beitragen. Und wie um die Vielfältigkeit verschiedener linker Protest- und Aktionsformen zu symbolisieren treten mit Beginn des Songs verschieden maskierte Aktivist_innen auf die Bühne. Einige tragen Masken von Guy Fawkes aus dem Comic und Film “V wie Vendetta”, die zuletzt beständig von Aktivist_innen des Anonymous Kollektivs benutzt wurden, um gegen Überwachung und autoritäre Regierungen zu protestieren. Wieder andere tragen Masken des Lucha Libre oder Theatermasken und erinnern ein wenig an die Superhelden und Überflüssigen, wieder andere sind mit Sturmhaube oder Tuch vermummt und symbolisieren den Black Block bzw. die autonome Antifa. Fahnen der antifaschistischen Aktion oder mit Aufdrucken gegen Homophobie werden zum Song geschwenkt.

Weiter lesen: Reggae, Bengalen, Naziaufmarsch…

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Den Naziaufmarsch am 03.09. in Dortmund sabotieren, blockieren, verhindern!

Nachdem bereits das Bündnis Dortmund-Stellt-Sich-Quer und das bürgerliche Bündnis Dortmund Nazifrei zu Blockaden gegen den Naziaufmarsch Anfang September aufriefen, folgt nun der Aufruf des Antifa-Bündnisses Alerta! – DAB & Antifaschistische Gruppen aus NRW, an dem auch wir und zahlreiche andere Antifa-Gruppen aus NRW sich beteiligen, gegen den sogenannten „Antikriegstag“ der Neonazis in Dortmund:

Für den 03.09.2011 mobilisieren Neonazis wieder zum so genannten Nationalen Antikriegstag nach Dortmund. Den seit 2005 jährlich stattfindenden Aufmarsch werden sie auch in diesem Jahr wieder dazu nutzen, um einen völkischen Antikapitalismus und Antiimperialismus zu propagieren, der stets mit Rassismus, Antisemitismus, Antiamerikanismus und Geschichtsrevisionismus einhergeht.

Die Dortmunder Naziszene

Insgesamt ist Dortmund eine Hochburg der so genannten „Autonomen Nationalist_innen” in Deutschland geworden. Nicht zuletzt durch einen stetigen Zuzug von Neonazi-Kadern aus der gesamten Bundesrepublik sind sie personell recht gut aufgestellt und verfügen mit einem hauseigenen Internetversandhandel und dem Nazi-Zentrum an der Rheinischen Straße über eine funktionierende und materiell gut ausgestattete Infrastruktur. Neben der Organisierung des „Nationalen Antikriegstags” verteilen sie in der Innenstadt oder vor Schulen Flugblätter und führen auch neben dem Großaufmarsch im September einige Aufmärsche und Kundgebungen durch. Daneben kommt es hin und wieder auch zu geplanten Angriffen auf linke Wohn- und Kulturprojekte sowie zu Übergriffen auf Menschen, die rechte Parolen nicht unkommentiert hinnehmen wollen und sich gegen Neonazis engagieren.

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Nichts und niemand ist jemals vergessen!

Vor sechs Jahren, am 28. März 2005, wurde der Punker Thomas Schulz von einem Neonazi ermordet. Inmitten der U-Bahn-Station Kampstraße in der Dortmunder Innenstadt wurde Thomas von dem damals 17-jährigen Sven Kahlin niedergestochen. Noch am selben Abend erlag Thomas im Krankenhaus seinen Verletzungen. Sein Mörder wurde daraufhin wegen Totschlags zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren verurteilt. Eine politische Motivation hatte die I. Große Strafkammer des Dortmunder Landgerichts bei Kahlin nicht erkennen können, auch wollte das Gericht nicht von Mord sprechen, da das “Mordmerkmal der Heimtücke” nicht gegeben gewesen sei.

Dortmunder AntifaschistInnen betreiben seit den Ereignissen am Ostermontag 2005 mit alljährlichen Kundgebungen, Demonstrationen und weiteren Aktionen wie Straßenumbenennungen aktive und erfolgreiche Gedenkpolitik, um auf den Mord und dessen politischen Kontext hinzuweisen. Nicht zuletzt auch der erneute Naziangriff auf die Kneipe Hirsch Q im Dezember 2010 gibt uns allen Anlass im Rahmen der Gedenkdemo auf die recht aktive Neonaziszene in Dortmund hinzuweisen und antifaschistischen Protest auf die Straße zu tragen.

Kommt zur antifaschistischen Demonstration:
02.04.2011 | 16:00 h | Dortmund | Hauptbahnhof (Vorplatz)

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